#6 are you interested in satellites?

Bringen Sie Ihren Sitz in eine aufrechte Position, legen Sie gute Musik auf, halten Sie ein kühles Getränk griffbereit und genießen Sie die Aussicht.
Ohne natürlich den Verkehr aus den Augen zu lassen.

An einem Samstagmorgen habe ich mein Hostel in Melbourne verlassen und mich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Richtung meines Autos gemacht. Mitten in Melbourne einen kostenlosen Parkplatz zu finden, ist nämlich nahezu unmöglich.
Nach ca. zwanzig minütiger Fahrt bin ich an dem Carpark angekommen und konnte endlich los.
Da es in Melbourne zeitweise schweinekalt und ungemütlich geworden ist, war ich auch nicht traurig Stück für Stück in wärme Gefilde zu fahren.

Ich habe mir zuvor natürlich ausführliche Gedanken darüber gemacht, wo es hingehen soll. So komplett loslassen und alles dem Zufall überlassen, kann ich dann doch noch nicht.
Schon vor zwei Jahren in Neuseeland habe ich eine hervorragende App zur Routenplanung gefunden. Route Maker ist wirklich praktisch und ein guter Helfer, um sich einen Überblick über die Strecke zu machen.

Bis ins Red Centre. Das war fürs Erste der Plan.
Meine Route würde mich über den Grampians Nationalpark nach Adelaide und an einigen Roadhäuser vorbei zum Uluru führen.

Mein erster Stopp war der Grampians Nationalpark. Da wir es auf der letzten Australienreise aus diversen Gründen leider nicht geschafft haben, wollte ich jetzt die Gelegenheit nutzen und einen Besuch nachholen.
Und ich muss sagen, es lohnt sich wirklich.
Schon kurz nachdem man den Dunstkreis Melbournes verlassen hat, taucht man in das Australien, welches ich noch gut in Erinnerung habe.
Wenig Verkehr, kleine verschlafene Dörfer und jede Menge grün.
Nach etwa 3,5 Stunden Fahrt habe ich dann das kleine Dörfchen Halls Gap erreicht.
Auf dem Parkplatz meiner Unterkunft sagten mir auch schon direkt die ersten Kangaroos guten Tag. Ein Lächeln schoss mir ins Gesicht und ich war wirklich glücklich, mal etwas anders zu sehen außer Hochhäuser, Autos und jede Menge hektischer Menschen. 
Den Ankunftstag ließ ich dann in aller Ruhe bei einem Lagerfeuer und Bier ausklingen und war gespannt auf die Wanderung am nächsten Tag.
Was soll ich groß erzählen? Stefan, Wanderschuhe, Sonnenbrille und einen Rucksack voller Proviant. Seht selbst:

Das war ein wirklich sehr guter und entspannter Start meines Roadtrips.
Zwei Tage später führte mich dann der Weg über Adelaide und Port Augusta zum Anfang des legendären Stuart Highways.
Wie schon beim ersten Mal vor 2,5 Jahren habe ich Adelaide auch dieses Mal keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Wenn irgendwer von Euch mal dort ist und einen Beitrag über die Stadt schreiben möchte, biete ich Euch hier eine Plattform dafür 🙂
Auch Port Augusta war auf meiner Route nur ein Stopp, um die letzten notwenigen Ressourcen aufzufüllen. Wasser, Nudeln, Sonnencreme und eine Flasche Whiskey für die erste Nacht im Outback.
Von Port Augusta startet nämlich der rund 2700 Kilometer lange Stuart Highway, auf dem man von Süden in den Norden fahren kann. Oder natürlich andersrum! Dies ist keine Einbahnstraße!

So verbrachte ich also die folgenden fünf Tage auf dem Stuart Highway Richtung Norden.
Nach 4-5 Stunden Fahrt täglich habe ich dann die Nächte auf Roadhäusern verbracht oder wie in Cobber Pedy in einem sehr charmanten Caravan-Park, der auf einer alten Goldmine erbaut wurde.
Mitten in der Wüste, ohne nennenswerte Störlichter, hat man einen atemberaubenden Blick auf den Sternenhimmel. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich jemals zuvor die Milchstraße erkennen konnte. Sehr beeindruckend – und kein Text könnte diesen Blick und dieses Gefühl beschreiben. Deswegen lasse ich es auch einfach… 🙂

Abends, beim Beobachten der Sterne, bin ich dann mit meinem Camp-Nachbarn ins Plaudern gekommen, der mich fragte, ob ich an Satelliten interessiert sei. Ich war ein bisschen überfordert. Was antwortet man auf so eine Frage und was genau passiert, wenn ich ja sage?
Natürlich sagte ich ja und er zeigte mir stolz einen Satelliten am Himmel, den er entdeckt hatte. Prima

Nächster Stopp! Uluru. Ich bin wirklich gespannt, was und ob dieser Stein in mir etwas auslöst.

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1 Response to #6 are you interested in satellites?

  1. Rikke sagt:

    Google schlägt mir prompt diesen Bericht von Spiegel Online vor:

    -Weltenbummler erzählen-
    Zurück von der Weltreise – und jetzt?

    https://www.spiegel.de/reise/fernweh/weltreise-weltenbummler-beschreiben-wie-sie-wieder-nach-hause-kamen-a-1279616.html

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