#5 dreiundsiebzig

Jack, Jimmy, Balu, Ranger, Pinkie: Auf der Suche nach einem passenden Auto für meine geplante Reise bin ich auf allerhand Namen gestoßen. Offenbar ist es gang und gäbe, seinem fahrbaren Untersatz einen Namen zu verpassen. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das gute Gefühl, das man hat, wenn man zu seinem Auto eine persönliche Bindung aufbaut, in der Hoffnung, dass einem die Karre nicht mitten im Fledermausland verreckt…

Da ich ja vorerst in Melbourne untergekommen bin und arbeite, hatte ich es mit der Autosuche zwar nicht so eilig, dennoch wurde ich recht schnell fündig.
Ein silberner Nissan X Trail mit Allradantrieb. Zusätzlich habe ich das Auto noch mit einem Rooftoptent, Kühlschrank, Solarpanel und einer Batterie ausgestattet.
Also wegen meiner kann es losgehen.

Ein unverhofft regnerischer day off hat mir dann noch die Gelegenheit verschafft, ein wenig durch Melbourne zu streifen. Unter anderem hat es mich in die State Library of Victoria getrieben. Das 1854 im viktorianischen Stil erbaute Gebäude wird zurzeit von außen renoviert. Da es komplett eingerüstet ist, ist hier wohl die Fantasie gefragt, wie das Gebäude wohl aussieht.
Das Innere und im Besonderen der Dome, ein riesiger runder Saal, ist hingegen ziemlich beeindruckend.Da jede Seite der Bibliothek gleich aussieht, bin ich gefühlte zehnmal im Kreis gelaufen – ohne es zu bemerken. Aufmerksam wurde ich darauf erst, als ich einige Male an einem Paar vorbeigelaufen war, das krampfhaft versuchte, nette Selfies von sich zu schießen.

Das britische Magazin „The Economist“ hat Melbourne zur „Lebenswertesten Stadt der Welt“ erklärt und das ganze sechsmal in Folge. Ich werde diesem Magazin einen Brief schreiben mit einer ausführlichen Wegbeschreibung nach Hamburg…

Für mich ist Melbourne ein guter Startpunkt, um sich zu akklimatisieren, um sich an den Aussie Slang zu gewöhnen, um Geld zu verdienen und um so bald wie möglich den Rest des Kontinents zu erkunden. Ich bin definitiv nicht um die ganze Welt geflogen, um in einer Großstadt zu leben.
 
Dennoch hat Melbourne wirklich ein paar tolle Ecken. Ein abendlicher Spaziergang am Yara River mit Blick auf die Skyline, ein Besuch im Royal Botanic Garden oder eine Shoppingtour im Queen Victoria Markt machen diese Großstadt wirklich zu etwas Besonderem.

Dreiundsiebzig Tage nach meiner Ankunft in Australien sitze ich wieder auf gepackten Koffern und bin voller Vorfreude, mich endlich ins Abenteuer zu stürzen.
Zugegeben etwas früher als geplant, aber Pläne sind schließlich dafür gemacht, sie über den Haufen zu werfen.

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2 Responses to #5 dreiundsiebzig

  1. Anna Genger sagt:

    Immer wieder total super awesome von Deinem Tag zu lesen!

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