#4 Ich hab sie tanzen gesehen

Kennt ihr das, wenn sich nachts um zwei die Batteriekapazität eures Rauchmelders langsam aber sicher dem Ende neigt und sich lautstark zu Wort meldet? Ich habe dann immer zum handelsüblichen Besen gegriffen, um der nächtliche Unruhe ein Ende zu setzen. Anders läuft es in einem Hostel ab:

Ich bin in Melbourne in einem Hostel untergekommen und völlig gegen meine Erwartungen, fühle ich mich hier recht wohl. So verrückt es doch klingt, aber in einem 12-Bed-Dorm ist man schließlich einer von vielen und man hat hier wirklich seine Ruhe. Eigentlich war der Hostelaufenthalt nur eine temporäre Lösung, aber da ich mich hier sehr wohl fühle und es äußerst preiswert ist, habe ich meinen Aufenthalt bis jetzt alle zwei Wochen verlängert.

Nun gut, wo viele Menschen zusammen leben, kommt es hin und wieder auch mal zu Unruhen. So wurde ich an einem Samstagmorgen gegen zwei Uhr durch die unüberhörbare Alarmsirene des Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen. Wirklich interessant zu beobachten, wie die Bewohner meines Zimmers doch unterschiedlich darauf reagierten. Der eine stürmte völlig hektisch mit einer Decke über den Schultern nach draußen, die andere guckte völlig genervt mit verschlafenden Augen durch die Gegend und ich bin der neugierige Typ, der sich erst mal gemütlich die Schuhe anzieht, um dann in Ruhe die Lage zu sondieren.
Draußen am Meetingpoint standen dann so um die Hundert Menschen verwirrt auf dem Bürgersteig und warteten darauf, dass sie weiter schlafen konnten, oder weiter feiern….

Kurze Zeit später rückte ein Zug der Melbourne Feuerwehr an, um der Sache auf den Grund zu gehen…
Fehlalarm, vielleicht hat auch ein übermütiger Backpacker es mit seinem Joint nicht mehr bis vor die Tür geschafft oder jemanden plagte noch ein nächtliches Hüngerchen und er hat kurzerhand den Gaskocher angeschmissen..

Ansonsten passiert zurzeit nicht viel. In meinem Work-and-Travel-Aufenthalt befinde ich mich jetzt offensichtlich in Phase „Work“.So gehe ich jeden Tag meiner Arbeit nach, um mich dann in ein paar Wochen völlig unabhängig dem„Travel“ zu widmen.
Schon seit dem ersten Tagen auf der Baustelle gilt der Slogan „Alles läuft besser mit Musik“ und es hat wirklich schon fast etwas Meditatives, wenn man Wände verputzt oder Zäune abschleift und dabei Musik hört.
Am vergangenen Osterfest haben meine Familie und ich an einem feuchtfröhlichen Abend bei viel Rum und Wein eine Playlist erstellt.
Ich kann es euch wirklich empfehlen, wenn ihr in netter Runde zusammensitzt einfach mal eine Boombox in die Mitte zustellen und sich reihum Lieder zu wünschen.Es ist wirklich überraschend, was dabei für eine Playlist zustande kommt… Von längst vergessen Songs wie „Still the same“ von Bob Seger bis zu „Tragedy“ von den Bee Sees war wirklich viel Schönes dabei.
Und so weiß man jetzt auch auf dem roten Kontinent wer Cordula Grün ist und dass man sie hin und wieder mal beim Tanzen beobachten kann….

Selbst hier in Australien bin ich vergangenes Wochenende in den Genuss eines langen Wochenendes gekommen.
Nicht etwa weil hier ebenfalls Pfingsten zelebriert wird, sondern weil die Queen Geburtstag hatte. Glückwunsch nachträglich an dieser Stelle…
Wer hätte gedacht, dass mir der Geburtstag einer Monarchin mal einen freien Tag beschert.
So habe ich mir meine Kamera geschnappt und habe mich ein bisschen treiben lassen.
Bilder in der Galerie…

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2 Responses to #4 Ich hab sie tanzen gesehen

  1. Frau Mouch sagt:

    Sehr geehrter Herr Rumtreiber,
    wie immer ist Ihr Beitrag sehr interessant – ich kann mir die Feueralarm-Unruhe gut vorstellen. Die Bilder sind auch dieses Mal schön. Es ist mir recht schwer gefallen, zu entscheiden, welches ich am liebstan mag. Ich denke aber, dass ich eine Entscheidung gefällt habe – Sie können ja mal raten. Und grüßen Sie doch die Queen bei Gelegenheit mal von mir. Vielleicht mit einem königlichen Moin.
    mit freundlichen Grüßen,
    eine Leserin

    • Stefan sagt:

      Liebe Frau Mouch,
      vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar und die lobenden Worte.
      Mein Lieblingsbild ist ja die asiatische Krabbenfrau, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass Sie das Foto, das zwischen die beiden Bungalows aufs Meer zielt, anspielen.
      Grüße an die königliche Hoheheit gehen zeitnah raus.
      Es grüßt recht freundlich
      Ein Rumtreiber

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