#2 How’s it going, Mate?

Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Flugzeug und habt so eben euer ganzes Leben übern Haufen geschmissen… Wohnung gekündigt, Job gekündigt und sich von allen wichtigen Leuten gebührend verabschiedet (DANKE für den den tollen Abend an dieser Stelle).
Auf meiner letzen Etappe zwischen Guangzouh und Melbourne hatte ich acht Stunden Zeit mir über die Einreise Gedanken zu machen… Ok… Erstmal musste ich Guardians of the Galaxie gucken… Danach konnte ich grübeln.

Was wäre, wenn ich schon an der Border Control scheitern würde? „Tschludigen Sie Herr Stefan, aber wo ist ihr Passierschein A38 und wollen Sie so wirklich einreisen??
Ich hatte genug Zeit, mir alle möglichen Szenarien auszumalen.Da stand ich also in der Schlange zur Immigration. Ich vermute, ich habe zwanzig Minuten gewartet bis ich dann zu einem Officer zitiert wurde, um meinen Pass vorzulegen. Ich war natürlich bestens vorbereitet: Reisepass, Kontoauszug, Einreisezettelchen.
„How´s it going, Mate?“
Ich reichte ihm meine Unterlagen, er guckte mir zwei Sekunden in die Augen, merkte an: längere Haare, mehr Bart… und wünschte mir einen guten Aufenthalt.
So einfach ist das also…

Da bin ich… In Australien, Melbourne, am anderen Ende der Welt.
Am Gepäckband grinste mich nach ca. 5 Minuten mein Rucksack an!
Zack, der nächste Stein ist vom Herzen gefallen.
Ich habe mir wirklich über alles Gedanken gemacht, jedoch nicht, was ich mache, wenn ich wirklich angekommen bin.
Natürlich war die erste Station mein im voraus gebuchtes Hotel. Soweit klar!
Nur wie ich dahin kommen werde, habe ich irgendwie nicht geplant.
Ich weiß, dass für genau diesen Fall meine liebe Tante und mein lieber Onkel (Grüße gehen raus nach Hannover) mir im Vorfeld schon ein paar australische Doller in die Tasche geschoben haben.
Taxi wäre also eine Option. Das nötige Kleingeld ist vorhanden.
Jedoch packte mich der Ehrgeiz und ich fühlte mich fit genug, das alles auch auf eigene Faust zu machen.
Nach kurzer Zeit der Orientierung machte ich den Skybus ausfindig, der mich schon mal in Richtung Flinders Street brachte.
Dort angekommen, musste ich mir noch ein Ticket besorgen, die richtige Tram finden und schon hatte ich mein Ziel nach ca. einer Stunde erreicht.
Ein wenig zu früh checkte ich in mein Hotel ein.
How ´s it going, Mate…?

Die erste Nacht auf dem roten Kontinent war irgendwie….unruhig… Ich hatte einfach zu viel im Kopf und machte schon Pläne für den ersten Tag.
Als erstes musste ein Bankkonto her.
Ich bin mir sicher, dass ich mit meinen Englischkenntnissen ein Bier bestellen, nach dem Weg fragen und eine einigermaßen nette Konversation mit einem Fremden halten kann… Aber ein Bankkonto eröffnen??
„How it´s going, Mate?
Sie wollen ein Bankkonto?? Kriegen wir hin…“

Da ich ein wenig abseits vom Großstadtleben Melbournes untergekommen bin, war ich als „Backpacker“ schon ein Exot in dieser Bankfiliale und zum Schluss war gefühlt die ganze Belegschaft damit beschäftig, mein Konto zu eröffnen.
Wie schon in meiner vergangenen Australienreise erlebt und oft genug gehört, sind die Australier einfach ein unfassbar freundliches und hilfsbereites Volk.
Das ist wirklich sehr hilfreich für einen guten Start.

Nach all den Formalitäten war endlich mal Zeit, sich ein wenig treiben zu lassen.
Meine erste Begegnung mit Melbourne vor rund zwei Jahren hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
In der Galerie seht ihr ein paar erste Eindrücke meines neuen Zuhauses.

How it´s going, Mate?
Die wohl meist gestellte Frage in Australien.
In meinen norddeutschen Genen verankert, ist ein bescheidenes „Danke, mir gehts gut“ völlig ausreichend.
Jedoch hatte ich hin wieder das Bedürfnis zu antworten:
Mir gehts richtig gut und ich bin völlig aufgeregt und neugierig auf die kommende Zeit.

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